Zielorientierung: wissen, wofür Sie führen
Zielorientierung ist das Wissen, wofür Sie tun, was Sie tun. Ein Sinn, der größer ist als die aktuelle Aufgabe, trägt auch durch Wochen, in denen wenig gelingt. Sie ist die siebte Säule der Resilienz.
Ich weiß, wofür ich morgens ins Büro komme – auch an stressigen Tagen.
Wie sehr trifft die Aussage auf Sie zu? Ein Klick genügt, die Einordnung erscheint sofort.
Alle sieben Säulen testenIhre Antwort wird in den vollständigen Resilienz-Test übernommen. Nichts verlässt Ihren Browser.
Was ist Zielorientierung?
Zielorientierung beschreibt, ob Sie eine klare Vorstellung davon haben, wofür Sie arbeiten, und ob Sie Ihren Alltag danach ausrichten können. An stressigen Tagen schrumpft der Horizont auf die nächste Stunde. Wer sein Wofür kennt, kann Prioritäten setzen und auch einmal Nein sagen, weil er weiß, wozu er Ja sagt.
Bei Karen Reivich und Andrew Shatté heißt die siebte Säule im Original Reaching Out: die Bereitschaft, auf Neues und auf andere zuzugehen und dafür auch Risiken einzugehen. Im deutschsprachigen Raum wird sie meist als Zielorientierung beschrieben. Beides gehört zusammen. Wer weiß, wofür er arbeitet, traut sich eher an neue Aufgaben und Menschen heran.
Woran Sie erkennen, wie es um Ihre Zielorientierung steht.
Wenn sie trägt
- Sie können in einem Satz sagen, was Ihnen an Ihrer Arbeit wichtig ist.
- Ihre Woche enthält Zeit für das, was Ihnen wichtig ist, nicht nur für das Dringende.
- Sie sagen Nein zu Dingen, die nicht zu Ihren Zielen passen.
- Auch nach anstrengenden Tagen wissen Sie, wofür es gut war.
Wenn sie gerade fehlt
- Sie arbeiten Listen ab, ohne zu wissen, wohin das führt.
- Abends wissen Sie, was Sie getan haben, aber nicht, wofür.
- Neue Aufgaben nehmen Sie an, weil sie kommen, nicht weil sie passen.
- Der Sonntagabend fühlt sich schwer an.
Warum Zielorientierung in der Führung zählt
Führungskräfte haben selten zu wenig zu tun, aber oft zu wenig Klarheit darüber, was wirklich zählt. Ohne Wofür wird jede Anfrage gleich wichtig, und der Kalender füllt sich mit dem, was am lautesten ist. Zielorientierung ist deshalb nicht nur eine Frage von Sinn, sondern auch von Wirksamkeit.
Sie wirkt zudem auf das Team. Wer erklären kann, wofür eine Aufgabe gut ist, gibt Orientierung. Teams, die das Wofür kennen, treffen selbst bessere Entscheidungen und brauchen weniger Abstimmung.
So stärken Sie Ihre Zielorientierung: vier Übungen.
Kleine Übungen, einmal täglich. Wählen Sie eine aus und bleiben Sie vier Wochen dabei. Im Resilienz-Test können Sie sie als Mikro-Vorsatz festhalten.
- 01
Der Satz am Morgen
Schreiben Sie morgens einen Satz auf: Wofür ist der heutige Tag wichtig? Es muss nichts Großes sein. Der Satz gibt dem Tag eine Richtung und Ihnen einen Maßstab für das, was Sie annehmen.
- 02
Eine Aufgabe streichen oder abgeben
Suchen Sie einmal am Tag eine Aufgabe, die nicht auf Ihr Ziel einzahlt, und streichen, verschieben oder delegieren Sie sie. Jede gestrichene Aufgabe schafft Raum für das Wichtige.
- 03
Der Abgleich am Abend
Prüfen Sie abends kurz: Hat mein Tag zu meinen Prioritäten gepasst? Wenn nicht, was war der Grund? Nach einer Woche sehen Sie, wo Ihre Zeit tatsächlich hingeht.
- 04
Das Wofür in einem Satz
Formulieren Sie einmal in Ruhe, wofür Sie Ihre Führungsrolle ausüben. Nicht, was Sie tun, sondern wozu. Lesen Sie den Satz in schwierigen Wochen wieder.
Zielorientierung ist eine von sieben Säulen.
Resilienz entsteht aus dem Zusammenspiel aller sieben. Der Resilienz-Test zeigt in zwei Minuten, welche bei Ihnen gerade tragen und welche Aufmerksamkeit brauchen.
Häufige Fragen zur Zielorientierung.
Was bedeutet Zielorientierung in der Resilienz?
Zielorientierung bezeichnet die Fähigkeit, ein klares Wofür zu haben und den eigenen Alltag danach auszurichten. In Belastungsphasen gibt sie Halt, weil sie erklärt, wozu die Anstrengung gut ist.
Warum heißt die Säule bei Reivich und Shatté Reaching Out?
Im englischen Original beschreibt der Faktor die Bereitschaft, auf Neues und auf andere zuzugehen. Im deutschsprachigen Raum hat sich die Übersetzung Zielorientierung durchgesetzt. Beide Seiten gehören zusammen: Wer sein Ziel kennt, wagt eher Neues.
Wie finde ich mein Wofür als Führungskraft?
Fragen Sie sich, wann Sie in Ihrer Rolle zuletzt zufrieden waren und warum. Oft liegt das Wofür in dem, was Sie für andere möglich machen. Ein Gespräch mit einer neutralen Person kann helfen, es klarer zu sehen.
- Reivich, K. & Shatté, A. (2002). The Resilience Factor. New York: Broadway Books.
Weiterlesen.

Nein sagen, mit Haltung
Warum Nein einer der wichtigsten Sätze in der Führung ist und wie er klingt, ohne hart zu sein.

Selbstführung als Führungskraft
Was Selbstführung bedeutet, welche Methoden die Forschung stützt und wie eine Wochenroutine für Führungskräfte aussieht.

Rollenklarheit im Team herstellen
Was Rollenklarheit bedeutet, was unklare Rollen kosten und wie Sie Erwartungen im Team gemeinsam klären.
Wie stehen Sie in allen sieben Säulen?
Sieben Aussagen, zwei Minuten, mit Ihren zwei Entwicklungsfeldern und einem Vorsatz für die Woche. Kostenfrei und ohne Anmeldung.
Resilienz-Test startenLieber persönlich? Erstgespräch vereinbaren
