Kostenloser Selbstcheck · 7 Aussagen · 2 Minuten

Resilienz-Test für Führungskräfte

Wie widerstandsfähig führen Sie gerade? Bewerten Sie sieben Aussagen aus dem Führungsalltag. Sie sehen sofort, wo Sie stehen, welche zwei Säulen Ihre Aufmerksamkeit brauchen und was Sie schon diese Woche tun können.

Säule 1 von 7 Emotionssteuerung

Auch wenn eine Person mich unfair angreift, kann ich innerlich ruhig bleiben und sachlich antworten.

Tipp: Tasten 0 bis 5 funktionieren auch
Ihr Gesamtwert

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  • Von einer Diplom-Psychologin für Führungskräfte entwickelt
  • Ohne Anmeldung, Ihre Antworten bleiben in Ihrem Browser
  • Ergebnis sofort, mit Mikro-Vorsatz und Erinnerung in vier Wochen

So funktioniert der Resilienz-Test.

Vier Schritte, und die ersten beiden dauern zusammen keine zwei Minuten.

01

Aussagen bewerten

Sieben Aussagen, eine pro Säule. Von 0, trifft gar nicht zu, bis 5, trifft voll zu. Antworten Sie spontan.

02

Ergebnis sehen

Ihr Gesamtwert von bis zu 35 Punkten, Ihr Profil als Grafik und Ihre zwei niedrigsten Werte.

03

Vorsatz fassen

Eine Säule, eine kleine Übung, einmal täglich. Zum Ausdrucken oder als Erinnerung im Kalender.

04

Wieder messen

Nach vier Wochen noch einmal. Wenn Sie Ihr Ergebnis gemerkt haben, sehen Sie direkt die Veränderung.

Die sieben Säulen der Resilienz.

Resilienz ist keine einzelne Eigenschaft, sondern ein Zusammenspiel von Fähigkeiten. Die Psychologen Karen Reivich und Andrew Shatté haben sieben davon beschrieben, die sich gezielt stärken lassen. Auf ihnen baut dieser Test auf.

01

Emotionssteuerung

„Auch wenn eine Person mich unfair angreift, kann ich innerlich ruhig bleiben und sachlich antworten.“

Emotionssteuerung heißt nicht, Gefühle zu unterdrücken, sondern sie wahrzunehmen und zu lenken, bevor sie das Handeln übernehmen. Wer unter Druck bei sich bleibt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch das Klima im Raum.

Im Führungsalltag zeigt sie sich selten in großen Krisen, sondern in kleinen Momenten: der spitze Kommentar in der Abteilungsrunde, die Beschwerde, die im falschen Ton ankommt. Wer hier sachlich bleibt, gewinnt Zeit, um zu entscheiden, wie er antworten will. Das ist kein Talent, sondern Übung.

Übung: Benennen Sie das Gefühl. Wer innerlich sagen kann „Ich bin gerade verärgert“, gewinnt Abstand dazu. Das kostet einen Atemzug, und die Forschung zeigt, dass es die erste Wucht des Gefühls dämpft.

Emotionssteuerung im Detail: Anzeichen, Übungen und Kurz-Check

02

Impulskontrolle

„Bevor ich eine genervte Mail abschicke, lese ich sie noch einmal oder lasse 10 Min vergehen.“

Impulskontrolle ist die kleine Lücke zwischen Reiz und Reaktion. Die genervte Mail am Abend, die schnelle Zusage im Flur, das scharfe Wort im Meeting: Sie entscheidet, was davon Sie am nächsten Tag noch vertreten können.

Gerade Führungskräfte mit hohem Tempo verwechseln Schnelligkeit leicht mit Entschlossenheit. Eine gute Impulskontrolle macht Sie nicht langsamer, sondern verlässlicher. Ihr Team weiß, dass auf Ihre Reaktion Verlass ist, auch wenn die Lage angespannt ist. Wie Druck und Reaktion zusammenhängen, beschreibe ich im Beitrag Stress bei Führungskräften.

Übung: Legen Sie sich einen Entwurfsordner für heikle Mails an. Was dort landet, wird frühestens nach zehn Minuten noch einmal gelesen und erst dann verschickt.

Impulskontrolle im Detail: Anzeichen, Übungen und Kurz-Check

03

Kausalanalyse

„Wenn etwas schiefläuft, suche ich nicht sofort Schuldige, sondern schaue: Was war mein Anteil? Was war System?“

Kausalanalyse ist die Fähigkeit, die Ursachen eines Problems vollständig zu sehen. Wer immer nur bei sich sucht, zermürbt sich. Wer immer nur bei anderen sucht, lernt nichts. Resiliente Führungskräfte schauen auf beides und finden so den Punkt, an dem sie tatsächlich etwas ändern können.

Für Teams ist das entscheidend. Eine Führungskraft, die nach Fehlern sofort Schuldige sucht, erzieht ihr Team zum Schweigen. Wer dagegen nach Anteil und System fragt, schafft die psychologische Sicherheit, in der Probleme früh auf den Tisch kommen.

Übung: Stellen Sie nach jeder Panne dieselben zwei Fragen: Was war mein Anteil? Was war System? Schon diese Gewohnheit verändert, wie Ihr Team mit Fehlern umgeht.

Kausalanalyse im Detail: Anzeichen, Übungen und Kurz-Check

04

Empathie

„Ich kann nachvollziehen, warum jemand frustriert ist, auch wenn er/sie sich im Ton vergreift.“

Empathie ist die Fähigkeit, Gefühle und Beweggründe anderer zu lesen, auch wenn sie nicht ausgesprochen werden. Wer sich im Ton vergreift, ist selten einfach unhöflich. Meist steht etwas unter Druck.

Empathie heißt nicht, alles zu verstehen und nichts mehr zu fordern. Sie hilft, die eigentliche Botschaft hinter einem gereizten Satz zu hören, und schützt Sie davor, Angriffe persönlich zu nehmen, die gar nicht Ihnen gelten. Mehr dazu im Beitrag Emotionale Intelligenz in der Führung.

Übung: Fassen Sie in schwierigen Gesprächen zuerst die Sicht Ihres Gegenübers in einem Satz zusammen, bevor Sie antworten. Das entschärft mehr als jedes Argument.

Empathie im Detail: Anzeichen, Übungen und Kurz-Check

05

Realistischer Optimismus

„Trotz Personalmangel und Vorschriften glaube ich: Ich kann etwas positiv bewegen.“

Realistischer Optimismus ist nicht positives Denken, sondern ein klarer Blick auf das, was sich beeinflussen lässt. Die Frage ist nicht, ob alles gut wird, sondern wo Ihr Spielraum liegt.

In vielen Organisationen, gerade in Verwaltung und öffentlichem Dienst, sind die Rahmenbedingungen eng. Wer dort nur auf das schaut, was fehlt, verliert Energie und Glaubwürdigkeit. Wer den eigenen Spielraum kennt und nutzt, bleibt handlungsfähig, auch wenn nicht alles gelingt.

Übung: Notieren Sie abends eine Sache, die Sie heute bewegt haben, auch wenn sie klein war. Das trainiert den Blick für Wirkung, der im Stress als Erstes verloren geht.

Realistischer Optimismus im Detail: Anzeichen, Übungen und Kurz-Check

06

Selbstwirksamkeit

„Ich traue mir zu, schwierige Gespräche oder neue Aufgaben souverän zu meistern.“

Selbstwirksamkeit ist das Vertrauen, schwierige Situationen aus eigener Kraft zu bewältigen. Sie wächst nicht durch Zuspruch, sondern durch Erfahrung. Und sie entscheidet, ob Sie das schwierige Gespräch führen oder vertagen.

Viele erfahrene Führungskräfte zweifeln öfter an sich, als man ihnen ansieht. Das ist normal. Schwierig wird es, wenn der Zweifel dazu führt, dass Gespräche aufgeschoben und Probleme dadurch größer werden. Warum das gerade erfolgreiche Menschen trifft, lesen Sie im Beitrag Impostor-Syndrom bei Führungskräften.

Übung: Erinnern Sie sich bewusst an Situationen, die Sie schon gemeistert haben. Und zerlegen Sie, was Sie vor sich herschieben, in einen ersten Schritt von fünfzehn Minuten.

Selbstwirksamkeit im Detail: Anzeichen, Übungen und Kurz-Check

07

Zielorientierung

„Ich weiß, wofür ich morgens ins Büro komme – auch an stressigen Tagen.“

Zielorientierung ist das Wissen, wofür Sie tun, was Sie tun. An stressigen Tagen schrumpft der Horizont auf die nächste Stunde. Wer sein Wofür kennt, kann Prioritäten setzen und auch einmal Nein sagen.

Bei Reivich und Shatté heißt diese Säule Reaching Out, die Bereitschaft, auf Neues und auf andere zuzugehen. Im deutschsprachigen Raum wird sie meist als Zielorientierung beschrieben. Beides gehört zusammen: Wer weiß, wofür er arbeitet, traut sich eher an neue Aufgaben heran.

Übung: Schreiben Sie morgens einen Satz auf: Wofür ist der heutige Tag wichtig? Und prüfen Sie einmal pro Woche, ob Ihr Kalender zu dieser Antwort passt.

Zielorientierung im Detail: Anzeichen, Übungen und Kurz-Check

So lesen Sie Ihr Ergebnis.

Der Gesamtwert ist eine Richtung, keine Note. Aussagekräftiger als die Zahl ist oft das Profil: Wo liegen Ihre zwei niedrigsten Werte, und wie verändern sie sich über die Zeit?

28bis 35

Starke Basis

Sie bleiben unter Druck meist handlungsfähig. Jetzt geht es um Pflege, nicht um mehr.

Was dieses Ergebnis bedeutet
18bis 27

Solides Mittelfeld

Vieles trägt, manches kostet mehr Kraft als nötig. Ein oder zwei Säulen gezielt stärken bringt hier am meisten.

Was dieses Ergebnis bedeutet
0bis 17

Achtung Akku

Die Reserven sind knapp. Zuerst Entlastung und Selbstfürsorge, erst dann Training.

Was dieses Ergebnis bedeutet

Resilienz ist trainierbar. Und keine Privatsache.

Resilienz ist keine Superkraft, die manche Menschen haben und andere nicht. Sie ist die Fähigkeit, nach Belastung wieder in Form zu kommen. Nicht das Vermeiden des Sturms, sondern das Zurückfinden danach. Und sie lässt sich stärken, in jeder Lebensphase und in jeder Rolle.

Wirksam sind dabei selten große Programme, sondern kleine Gewohnheiten, die Sie täglich wiederholen. Deshalb endet dieser Check nicht mit einer Note, sondern mit einem Mikro-Vorsatz für genau eine Säule.

Gleichzeitig ist Resilienz auch eine Frage der Organisation. Wenn ein ganzes Team erschöpft ist, liegt das selten an mangelnder Selbstoptimierung, sondern an Bedingungen, die niemand mehr trägt. Klare Prioritäten, verlässliche Pausen und eine Kultur, in der man Grenzen nennen darf, wirken stärker als jedes Training. Mehr dazu in den Beiträgen Resilienz ist keine Superkraft und Gesunde Führung.

Ulrike von den Driesch mit zuversichtlichem Blick
Ulrike von den Driesch, Diplom-Psychologin, Coach und Beraterin für Führungskräfte

Den Resilienz-Test als PDF zum Ausdrucken.

Lieber mit Stift und Papier? Das Arbeitsblatt enthält alle sieben Aussagen, die Auswertung, Platz für Ihre zwei Entwicklungsfelder und Ihren Mikro-Vorsatz. Auf der zweiten Seite sind die sieben Säulen mit je einer Übung erklärt. Gut für Sie selbst, für Ihr Team oder den nächsten Workshop.

  • Zwei Seiten A4, kostenfrei, ohne Anmeldung
  • Mit QR-Code zur Online-Auswertung
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Lichtstrahl in einer engen Felsschlucht
„Resilienz ist nicht die Abwesenheit von Erschöpfung. Sie ist das Wissen, dass und wie Sie zurückfinden.“Ulrike von den Driesch · Diplom-Psychologin

Häufige Fragen zum Resilienz-Test.

Was ist Resilienz?

Resilienz ist die Fähigkeit, Belastungen zu bewältigen und danach wieder in Form zu kommen. Nicht das Vermeiden des Sturms, sondern das Zurückfinden danach. Für Führungskräfte heißt das: unter Druck handlungsfähig bleiben, ohne sich selbst dabei aufzubrauchen.

Wie kann ich meine Resilienz testen?

Mit einer ehrlichen Selbsteinschätzung zu den sieben Säulen der Resilienz, wie in diesem Test. Sie bewerten sieben Aussagen von 0 bis 5 und erhalten sofort Ihren Gesamtwert von bis zu 35 Punkten, Ihre zwei Entwicklungsfelder und einen konkreten Vorsatz für die Woche.

Was sind die sieben Säulen der Resilienz?

Dieser Check folgt den sieben Resilienzfaktoren nach Karen Reivich und Andrew Shatté: Emotionssteuerung, Impulskontrolle, Kausalanalyse, Empathie, realistischer Optimismus, Selbstwirksamkeit und Zielorientierung. Im deutschsprachigen Raum ist daneben ein zweites Modell verbreitet, das mit Begriffen wie Akzeptanz, Lösungsorientierung und Netzwerkorientierung arbeitet.

Wie aussagekräftig ist ein Resilienz-Selbsttest?

Er ist eine Momentaufnahme Ihrer Selbstwahrnehmung, keine psychologische Diagnose. Sein Wert liegt darin, dass er Ihnen eine Sprache für Stärken und Entwicklungsfelder gibt und Veränderung sichtbar macht, wenn Sie ihn regelmäßig wiederholen.

Kann man Resilienz trainieren?

Ja. Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, sondern entwickelt sich ein Leben lang. Am wirksamsten sind kleine, tägliche Übungen statt großer Vorsätze. Deshalb endet dieser Check mit einem Mikro-Vorsatz für genau eine Säule.

Wie oft sollte ich den Resilienz-Test machen?

Etwa alle vier Wochen. Veränderung sehen Sie nur, wenn Sie messen. Am Ende können Sie sich eine Kalendererinnerung herunterladen und Ihr Ergebnis auf Ihrem Gerät merken, um es beim nächsten Mal zu vergleichen.

Was passiert mit meinen Antworten?

Ihre Antworten verlassen Ihren Browser nicht. Es gibt keine Anmeldung, und nichts wird an mich oder an Dritte übertragen. Nur wenn Sie auf „Auf diesem Gerät merken“ klicken, wird Ihr Ergebnis lokal in Ihrem Browser gespeichert.

Was mache ich mit einem niedrigen Ergebnis?

Nehmen Sie es als Signal, nicht als Urteil. Beginnen Sie mit Entlastung, bevor Sie an einzelnen Säulen arbeiten. Wenn Erschöpfung, Schlafprobleme oder Gereiztheit seit Wochen anhalten, sprechen Sie bitte auch mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Gern schauen wir auch in einem Erstgespräch, was Sie gerade brauchen.

Für wen ist der Resilienz-Test gedacht?

Für Führungskräfte in Unternehmen, Verwaltung und sozialen Einrichtungen, mit Personalverantwortung oder in lateraler Führung. Die Aussagen stammen aus dem Führungsalltag: unfaire Angriffe, genervte Mails, Personalmangel und Vorschriften.

Herkunft und Grenzen dieses Tests.

Der Resilienz-Selbstcheck stammt aus meiner Arbeit mit Führungskräften. Die sieben Säulen orientieren sich an den Resilienzfaktoren von Karen Reivich und Andrew Shatté, die Aussagen sind für den Führungsalltag formuliert. Er ist eine strukturierte Selbsteinschätzung, kein normiertes Diagnoseinstrument, und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Abklärung.

Ulrike von den Driesch
Diplom-Psychologin · Coach und Beraterin · In der Praxis in Köln, vor Ort oder online
Quellen
  1. Reivich, K. & Shatté, A. (2002). The Resilience Factor. New York: Broadway Books.
  2. Lieberman, M. D. u. a. (2007). Putting Feelings Into Words. Psychological Science, 18(5), 421 bis 428.

Weiterlesen zu Resilienz und Belastung.

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