Säule 5 von 7 der Resilienz

Realistischer Optimismus: Zuversicht ohne Schönfärberei

Realistischer Optimismus ist die Überzeugung, dass sich Dinge zum Besseren wenden lassen, verbunden mit einem klaren Blick auf das, was tatsächlich beeinflussbar ist. Er ist die fünfte Säule der Resilienz.

Kurz-Check · Realistischer Optimismus

Trotz Personalmangel und Vorschriften glaube ich: Ich kann etwas positiv bewegen.

Wie sehr trifft die Aussage auf Sie zu? Ein Klick genügt, die Einordnung erscheint sofort.

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Was ist realistischer Optimismus?

Realistischer Optimismus ist nicht positives Denken. Er verlangt nicht, dass Sie alles gut finden. Er fragt, wo Ihr Handlungsspielraum liegt, und vertraut darauf, dass sich dort etwas bewegen lässt. Das Realistische schützt vor Schönfärberei, das Optimistische vor Resignation.

Die Grundlagen gehen auf den Psychologen Martin Seligman zurück, der untersucht hat, wie Menschen sich Erfolge und Misserfolge erklären. Wer Rückschläge als vorübergehend und begrenzt deutet, bleibt eher handlungsfähig als jemand, der sie als dauerhaft und allumfassend erlebt. Reivich und Shatté haben daraus abgeleitet, dass Optimismus nur dann stärkt, wenn er an der Wirklichkeit geprüft ist.

Woran Sie erkennen, wie es um Ihren realistischen Optimismus steht.

Wenn er trägt

  • Sie können Probleme klar benennen und trotzdem an Lösungen glauben.
  • Bei schlechten Nachrichten fragen Sie früh, was sich jetzt beeinflussen lässt.
  • Sie bemerken kleine Fortschritte und sprechen sie aus.
  • Ihr Team erlebt Sie als ehrlich und zuversichtlich zugleich.

Wenn er gerade fehlt

  • Sätze wie „Das bringt ja eh nichts“ kommen Ihnen leichter über die Lippen als früher.
  • Sie sehen vor allem, was fehlt: Personal, Budget, Zeit.
  • Erfolge haken Sie schnell ab, Rückschläge beschäftigen Sie lange.
  • Oder Sie reden schwierige Lagen schön, um das Team nicht zu belasten.

Warum realistischer Optimismus in der Führung zählt

In vielen Organisationen, gerade in Verwaltung und öffentlichem Dienst, sind die Rahmenbedingungen eng. Personalmangel und Vorschriften lassen sich nicht wegdenken. Wer dort nur auf das schaut, was fehlt, verliert Energie und Glaubwürdigkeit. Wer den eigenen Spielraum kennt und nutzt, bleibt handlungsfähig und gibt anderen Orientierung.

Teams achten sehr genau darauf, wie ihre Führungskraft über die Zukunft spricht. Schönfärberei durchschauen sie schnell, Dauerpessimismus steckt an. Realistischer Optimismus ist die Haltung, die beides vermeidet: Er nimmt Sorgen ernst und zeigt trotzdem einen nächsten Schritt.

Ulrike von den Driesch lacht zuversichtlich

So stärken Sie Ihren realistischen Optimismus: vier Übungen.

Kleine Übungen, einmal täglich. Wählen Sie eine aus und bleiben Sie vier Wochen dabei. Im Resilienz-Test können Sie sie als Mikro-Vorsatz festhalten.

  1. 01

    Abends eine bewegte Sache notieren

    Schreiben Sie abends eine Sache auf, die Sie heute bewegt haben, auch wenn sie klein war. Das trainiert den Blick für Wirkung, der im Stress als Erstes verloren geht.

  2. 02

    Der Einflusssatz

    Ergänzen Sie bei jedem Problem einen Satz: „Davon kann ich beeinflussen, dass …“. Wenn Ihnen nichts einfällt, fragen Sie: Was kann ich zumindest an meiner Reaktion beeinflussen?

  3. 03

    Rückschläge zeitlich begrenzen

    Fragen Sie bei einem Rückschlag: Ist das wirklich dauerhaft, oder gilt es für diese Woche, dieses Projekt, diese Situation? Die meisten Rückschläge sind begrenzter, als sie sich im ersten Moment anfühlen.

  4. 04

    Erfolge des Teams aussprechen

    Nennen Sie einmal am Tag einen Fortschritt im Team laut, in der Besprechung oder in einer kurzen Nachricht. Was ausgesprochen wird, wird gesehen, auch von Ihnen selbst.

Realistischer Optimismus ist eine von sieben Säulen.

Resilienz entsteht aus dem Zusammenspiel aller sieben. Der Resilienz-Test zeigt in zwei Minuten, welche bei Ihnen gerade tragen und welche Aufmerksamkeit brauchen.

Häufige Fragen zum realistischen Optimismus.

Was ist der Unterschied zwischen Optimismus und realistischem Optimismus?

Allgemeiner Optimismus erwartet, dass die Dinge gut ausgehen. Realistischer Optimismus prüft zuerst, was beeinflussbar ist, und setzt die Zuversicht genau dort an. Er schließt ehrliche Sorgen nicht aus, sondern nimmt sie zum Ausgangspunkt.

Kann man Optimismus lernen?

In gewissem Umfang ja. Die Art, wie wir uns Rückschläge erklären, lässt sich verändern. Wer übt, Misserfolge als vorübergehend und begrenzt zu sehen, wird zuversichtlicher, ohne die Wirklichkeit auszublenden. Darauf bauen auch die Trainings von Reivich und Shatté auf.

Wie bleibe ich optimistisch, wenn die Rahmenbedingungen schlecht sind?

Indem Sie den Blick vom Großen auf das Beeinflussbare lenken. Nicht die Personalsituation insgesamt, aber die Verteilung der Aufgaben in dieser Woche. Kleine, sichtbare Fortschritte tragen weiter als große Hoffnungen.

Wie stehen Sie in allen sieben Säulen?

Sieben Aussagen, zwei Minuten, mit Ihren zwei Entwicklungsfeldern und einem Vorsatz für die Woche. Kostenfrei und ohne Anmeldung.

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