Säule 2 von 7 der Resilienz

Impulskontrolle: die Pause zwischen Reiz und Reaktion

Impulskontrolle ist die Fähigkeit, den ersten Handlungsimpuls zu bemerken und kurz zu prüfen, bevor Sie ihm folgen. Sie ist die zweite Säule der Resilienz und eng mit der Emotionssteuerung verbunden.

Kurz-Check · Impulskontrolle

Bevor ich eine genervte Mail abschicke, lese ich sie noch einmal oder lasse 10 Min vergehen.

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Was ist Impulskontrolle?

Impulskontrolle beschreibt die Fähigkeit, zwischen einem Auslöser und der eigenen Reaktion eine kleine Lücke zu lassen. In dieser Lücke entscheiden Sie, ob die erste Regung auch die beste Antwort ist. Die genervte Mail, das schnelle Ja im Flur, der scharfe Satz im Meeting: Impulskontrolle entscheidet, was davon Sie am nächsten Tag noch vertreten können.

Bei Reivich und Shatté hängen Emotionssteuerung und Impulskontrolle eng zusammen. Wer seine Gefühle gut lenkt, hat es leichter, Impulsen nicht sofort nachzugeben. Umgekehrt entlastet jede gelungene Pause auch das Gefühlsleben, weil weniger Situationen eskalieren, die Sie hinterher wieder einfangen müssen.

Woran Sie erkennen, wie es um Ihre Impulskontrolle steht.

Wenn sie trägt

  • Sie schlafen bei wichtigen Entscheidungen eine Nacht darüber, wenn es möglich ist.
  • Heikle Mails lesen Sie vor dem Absenden noch einmal.
  • Sie sagen nicht sofort zu, sondern fragen erst nach dem Zeitrahmen.
  • Sie können eine Diskussion vertagen, ohne das als Niederlage zu erleben.

Wenn sie gerade fehlt

  • Sie bereuen regelmäßig Formulierungen, die schon verschickt sind.
  • Ihr Kalender ist voller Zusagen, die Sie so nicht geben wollten.
  • Sie unterbrechen andere, weil Ihre Antwort schon fertig ist.
  • Spontane Entscheidungen müssen Sie öfter wieder einsammeln.

Warum Impulskontrolle in der Führung zählt

Viele Führungskräfte arbeiten in einem Tempo, in dem Schnelligkeit wie Entschlossenheit aussieht. Doch was schnell entschieden ist, muss oft langsam repariert werden. Impulskontrolle macht Sie nicht langsamer, sondern verlässlicher. Ihr Team kann sich darauf verlassen, dass Ihre Reaktion auch morgen noch gilt.

Dazu kommt ein Schutz für Sie selbst. Wer jeder Anfrage sofort nachgibt, verliert die Hoheit über den eigenen Tag. Die kurze Pause vor dem Ja ist oft der wirksamste Schutz vor Überlastung.

Ulrike von den Driesch macht sich Notizen

So stärken Sie Ihre Impulskontrolle: vier Übungen.

Kleine Übungen, einmal täglich. Wählen Sie eine aus und bleiben Sie vier Wochen dabei. Im Resilienz-Test können Sie sie als Mikro-Vorsatz festhalten.

  1. 01

    Ein Entwurfsordner für heikle Mails

    Alles, was Sie im Ärger schreiben, landet zuerst als Entwurf. Frühestens nach zehn Minuten lesen Sie die Mail noch einmal und entscheiden dann, ob sie so rausgeht. Meist wird sie kürzer und klarer.

  2. 02

    Die Gegenfrage vor dem Ja

    Gewöhnen Sie sich bei spontanen Bitten eine feste Antwort an: „Bis wann brauchen Sie das?“ Die Frage verschafft Ihnen Zeit, ist freundlich und klärt nebenbei, wie dringend es wirklich ist.

  3. 03

    Entscheidungen auf den Morgen legen

    Legen Sie einmal am Tag bewusst eine nicht dringende Entscheidung auf den nächsten Morgen. Sie merken, wie oft sich die Lage mit etwas Abstand anders darstellt.

  4. 04

    Den Impuls aufschreiben statt ausführen

    Wenn Sie in einer Besprechung etwas sagen wollen, das nicht hilft, notieren Sie es. Am Ende entscheiden Sie, ob es noch wichtig ist. Oft hat es sich erledigt.

Impulskontrolle ist eine von sieben Säulen.

Resilienz entsteht aus dem Zusammenspiel aller sieben. Der Resilienz-Test zeigt in zwei Minuten, welche bei Ihnen gerade tragen und welche Aufmerksamkeit brauchen.

Häufige Fragen zur Impulskontrolle.

Wie kann ich meine Impulskontrolle verbessern?

Am wirksamsten sind feste Gewohnheiten statt Vorsätze: ein Entwurfsordner für Mails, eine Standardfrage vor jeder Zusage, eine Pause von zehn Minuten vor heiklen Antworten. So muss die Pause nicht jedes Mal neu erkämpft werden.

Hat Impulskontrolle etwas mit Stress zu tun?

Ja. Unter Stress und Müdigkeit fällt es deutlich schwerer, Impulse zu steuern. Wer merkt, dass die Impulskontrolle nachlässt, sollte deshalb nicht nur an sich arbeiten, sondern auch auf die eigene Belastung schauen.

Ist schnelles Reagieren nicht eine Stärke von Führungskräften?

In echten Notlagen schon. Im Alltag aber sind die meisten Reaktionen nicht so dringend, wie sie sich anfühlen. Wer unterscheiden kann, wann Tempo nötig ist und wann eine Pause besser ist, entscheidet insgesamt besser.

Wie stehen Sie in allen sieben Säulen?

Sieben Aussagen, zwei Minuten, mit Ihren zwei Entwicklungsfeldern und einem Vorsatz für die Woche. Kostenfrei und ohne Anmeldung.

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